space ship II
2018 Buchheim Museum, Bernried 

Das "space ship" ist eine Weiterentwicklung des Kunstbaus, der 2016 vor der Pinakothek der Moderne zu sehen war. Es ist als schwimmbarer Lebensraum und Zukunftsarchitektur in Zeiten der Erderwärmung geschaffen und mit allem ausgestattet, was man zum Leben braucht: Wohnraum, Gemüsegarten und Aussichtsplattform - Energie liefert die Sonne. Als Ausstellung des Buchheim Museums schwamm diese Installation mehrwöchig auf dem Starnberger See in Ufernähe vor dem Museum und wurde von Markus Heinsdorff als mehrtägige Aktion im August 2018 bewohnt. Die low-cost Architekturinstallation demonstriert, wie man mit einfachsten Mitteln - alle Materialien sind im Baumarkt erhältlich - günstigen Wohnraum schaffen kann, der zudem eine Lösung für Flutgebiete bietet. Das Objekt schwimmt auf zwei Reihen Stahlfässern (2x8) und hat eine Arbeitsfläche mit Werktisch und Gasherd zum Kochen im Erdgeschoss. In das Obergeschoss kommt man durch eine Luke mit einer Leiter. Die Rundbauten an beiden Seiten des Obergeschosses sind mit transparenter Folie und recyceltem Segelstoff als vertikale Gewächshäuser ausgeführt. Der Zwischenraum mit mobiler Sitz- und Arbeitsfläche kann wie das Erdgeschoss als Arbeits- Wohn- oder Schlafraum genutzt werden. Wetterschutz (Regen, Sonne, Wind) bieten abnehmbare Bahnen aus Segelstoff. 
(Fortsetzung Beschreibung siehe unten)  

 


 

 

Die Holme, die das Obergeschoss tragen bestehen jeweils aus zwei zusammengesteckten 40 x 40 mm Trockenbauprofilen mit einem innenliegenden Dreikantblech zur Aussteifung. Mit Gewindestäben sind sie höhenverstellbar und bieten mit 0,6 mm Materialstärke eine extrem leichte und günstige Konstruktionsweise. Die Ausstattung umfasst weiterhin eine Solar-Warmwasseraufbereitung im Obergeschoss: schwarze 60l Stahltonne, Erhitzung durch Sonneneinstrahlung mit Zuleitung, Wasserhandpumpe und einer Ableitung. Das Wasser kann zum Duschen oder zum Desinfizieren von Trinkwasser verwendet werden. Die Solaranlage besteht aus 50 W Paneelen, Batterie und 220V Anschlussmöglichkeit für Licht und 12 V für Wasserpumpe mit Steuerungselektronik. 
Die Solaranlage liefert Energie für eine automatische Gießanlage zur Tröpfchenberieselung der Pflanzen des schwimmenden Gartens. Feuchtigkeitssensoren in der Beeterde steuern die Wassermenge und Zufuhr über Schläuche. In den zwei Gewächshauskammern (Obergeschoss, linker und rechter Rundbau) befinden sich Infusionstropfer für Saamenaufzucht und Setzlinge. Die Infusionstropfer sind mit recycelten PET Flaschen versehen. Diese werden automatisch mit Wasser befüllt. 
Der schwimmende Garten besteht aus sechs Fässern auf einem Stahlrahmen und Pflanzenbeet auf wasserfesten Holzplatten (4,8 qm) mit Strom- und Wasseranschluss (über Solaranlage). Er ist über eine Holzbohle erreichbar. 

 

Kooperation 2018

Buchheim Museum, Bernried
Bootswerft Stephan Fischer GmbH & Co. KG, Bernried
Schreinerei Gerd Bauer, Bernried
Klepper Faltbootwerft AG, Rosenheim
Torqueedo E-Antriebe, Gilching
Tandogan Aytekin Photovoltaik, München